Beziehung und Sexualität

Alles im Universum versucht, zu allem anderen zu werden; und jeder Zustand von allem versucht, zu jedem anderen Zustand zu werden.

Die Menschheit denkt bei Geschlechtlichkeit oder Sexualität an die Beziehung zwischen den entgegengesetzten Geschlechtern bei Lebewesen und berücksichtigt nicht für einen Augenblick geschlechtliche Beziehungen im Mineralreich, in heißen Sonnen oder an den Eiskappen der Planetenpole. Wir haben Ausdrücke wie Beischlaf und sexuelle Beziehung so benutzt, als sei eine sexuelle Beziehung etwas vollkommen Getrenntes und Anderes als andere Beziehungen, und als sei ihr Fortpflanzungseffekt auf lebendige Dinge begrenzt, die sterben oder zerfallen.

In unserer neuen Sichtweise wird Sexualität von nun an als etwas betrachtet werden, das in allen Dingen beständig und fortgesetzt zum Ausdruck kommt. Anstatt an Beischlaf und sexuelle Beziehungen bei Menschen zu denken, sollten wir bei Sexualität an den Austausch zwischen Paaren aus entgegengesetzten, unausgewogenen Zuständen denken, durch den diese Zustände in jeder Bewegungsauswirkung im gesamten Universum ins Gleichgewicht gebracht werden. »Gute Auswirkungen« sind solche, bei denen der Austausch ausgewogen ist  und »schlechte Auswirkungen« sind solche, bei denen das Gleichgewicht nicht vollständig erreicht wird.

(Walter und Lao Russell, Fernstudienkurs Kosmisches Bewusstsein, Einheit 3, Lektion 10)

 

Sexualität ist für Russell nicht beschränkt auf Fortpflanzung und koitale Sexualität im engeren Sinn, sondern das universal gültige, naturgesetzliche »Partnerprinzip«, das jedem Austausch zugrunde liegt. Die Unkenntnis dieser Tatsache und ihrer immensen Bedeutung für alle Aspekte des menschlichen Lebens ist in seinen Augen die Hauptursache für unsere Probleme.

 

Alle Bewegung ist geschlechtlich

Alle Bewegung ist geschlechtlich, denn alle Bewegung hat nur einen Zweck, und der liegt darin, die Balance des unteilbaren universalen Gleichgewichtes in Paare von entgegengesetzt unausgewogenen Zuständen aufzuteilen, die in ihrem entgegengesetzten Paarling beständig das Gleichgewicht suchen, um den aufgeteilten sexuellen Zustand zu wiederholen. In dem Ausmaß, wie der Austausch den unausgewogenen Zustand bei einem Gegensatzpaar ins Gleichgewicht bringt, wiederholt er sich.

Zunächst mag diese Vorstellung schwer ohne Vorbehalte zu akzeptieren sein. Ich höre die Fragen: »Wenden wir dieses sexuelle Konzept auf Mineralien an, auf die Arbeitsabläufe in einer Fabrik oder auch auf das Schmelzen von Metallen?« Meine Antwort ist ein begeistertes »Ja« auf diese und alle anderen Fragen im Hinblick auf den Austausch von Bewegung jeder Art.

(Walter Russell, Fernstudienkurs Kosmisches Bewusstsein, Einheit 3, Lektion 10)

 

Sexualität als Eigenschaft der Elemente

Die Kontrolle der Natur über die niedrigeren Ordnungen schöpferischen Ausdrucks, wie den chemischen Elementen, wird in deren Kristallisierungsprozess ganz deutlich. Jede wahrhaft ausgewogene Paarung gleichwertiger Hälften kristallisiert als echter Würfel, während schon eine leichte Abweichung dazu führt, dass die Kristallform vom Würfel abweicht.

Sexualität ist noch nicht als Eigenschaft der Elemente erkannt. Sie ist scheinbar auf die organische oder lebendige Schöpfung beschränkt. Sexualität ist das grundlegende Prinzip der Schöpfung. Alles kommt durch die Vereinigung zweier entgegengesetzter Hälften eines gemeinsamen Musters in das scheinbare Sein, und alles wiederholt sich durch die Unterteilung einer Einheit in ihren positiven und negativen Ausdruck. Das gilt für die chemischen Elemente genauso wie für tierisches und pflanzliches Leben.

Die haben exakt denselben Effekt wie die sexuellen Paarbildungen von Menschen. Heftige Explosionen in den Elementen haben dieselbe grundlegende Ursache wie heftige Explosionen, zum Beispiel Mord, beim Menschen. Gewaltige elektrische Unausgewogenheit ist die Ursache für beides. Auch Stabilität hat bei den Elementen und im Menschen dieselbe Ursache, nämlich gleichwertige Ausgewogenheit.

Natrium und Chlor sind gute Beispiele für positive und negative Gegensätze eines Paares, die gleichwertig sind, aber entgegengesetzt ausgewogen miteinander, und jedes gleich weit vom Gleichgewichts-Äquator seines Angelpunktes entfernt. Wenn diese beiden chemischen Elemente heiraten, werden sie so perfekt ausgewogene und stabile Partner, dass die Chemiker von Affinität, Verwandtschaft, sprechen.

(Walter Russell, Die Botschaft der Göttlichen Iliade)

 

Partnersuche

Jeder [Mensch] erkennt in gewissem Ausmaß den Typus, zu dem er sich hingezogen fühlt, und die Paare spüren intuitiv ihre geistige und körperliche Polarität. Solche verwandten Menschen spüren eine natürliche Anziehung und erkennen einander, so dass in einer Gruppe von hundert Menschen achtundneunzig vielleicht keine geistige oder sexuelle Anziehungskraft füreinander verspüren  der neunundneunzigste und hundertste jedoch schon. Alle Menschen sollten den Typ suchen, der ihrer eigenen elektrischen Wellenlänge entspricht. Wenn Menschentypen einander so finden, werden sie so vollkommen ausbalanciert sein wie Natrium und Chlor, und die Vereinigung kann von Dauer sein.

Es ist ein üblicher Ausspruch, dass möglichst gegensätzliche Menschen heiraten sollten. Nichts könnte dem Universalen Gesetz mehr entgegengesetzt sein als diese Aussage. Überall in der Natur zieht Ähnliches sich an. Das ist grundlegend. Gegensätze stoßen einander ab. Gegensätze in Temperament und physischem Muster sind eine Einladung zu Disharmonie, Untreue und beiderseitigem Zerfall. Die Wahl des falschen Ehepartners bringt den Blutstrom mit der gleichen Sicherheit aus dem Gleichgewicht wie promiskuitive Fehlpaarungen.

(Walter Russell, Die Botschaft der Göttlichen Iliade)

Angleichen der Zustände

Wir alle sind elektrische Wesen, die im elektrischen Meer unseres elektrischen Universums schweben. Jedes elektrische Ding im gesamten Universum atmet aus dem Rest des elektrischen Universums, das außerhalb seiner selbst liegt, elektrisch in sich hinein. Es atmet aus, von sich in den Rest des Universums hinaus.

Einfacher könnten wir es auch so ausdrücken: Alles im Universum versucht, zu allem anderen zu werden; und jeder Zustand von allem versucht, zu jedem anderen Zustand zu werden. Ein heißes Eisen wird zum Beispiel danach streben, so kühl zu werden wie seine Umgebung, und die kühle Umgebung strebt danach, so heiß zu werden wie das heiße Eisen. So tauschen sich beide aus und finden ein Gleichgewicht zwischen sich, welches jedoch weder mit dem einen noch mit dem anderen identisch ist. Diese offensichtliche Tatsache ist eine der charakteristischen Eigenschaften der Natur.

(Walter Russell, Die Botschaft der Göttlichen Iliade)

Sexualität ist das Schöpfungsprinzip

Sexualität ist das Schöpfungsprinzip. Sie ist die zweifache Kraft des Verlangens im Geist, der seine Eine Idee zum Ausdruck bringen will. Ohne eine Aufspaltung des einen unbedingten All-Lichtes in zwei scheinbar bedingte Lichtqualitäten könnte es die Schöpfung nicht geben.

Sexualität ist keine Sache, sondern ein Zustand.

Ein elektrisch ausgewogener Zustand von etwas ist ungeschlechtlich, ob es sich dabei um einen Mann, eine Frau, eine elektrische Batterie oder die Atmosphäre handelt.

Ein geschlechtlicher Zustand ist ein Zustand des Ungleichgewichts. Eine voll aufgeladene elektrische Batterie ist durch die gegensätzlichen elektrischen Drücke von Verdichtung und Ausdehnung zweifach im Ungleichgewicht. Diese beiden unausgewogenen, polaren Zustände verlangen heftig danach, in die Einheit des Gleichgewichts zurückzukehren, aus der sie in die Zweiheit aufgespalten wurden. Ein Kurzschluss zwischen den beiden Polen der Batterie gibt ihr dieses Gleichgewicht zurück. Wir sagen dann, sie ist leer, denn sie ist nicht mehr in der Lage, ihr Verlangen nach Gleichgewicht auszudrücken, indem sie Arbeit verrichtet.

(Walter Russell, Geheimnis des Lichtes, S.100)

 

Gleiche Gegensatzpaare

Jedes Gegensatzpaar wird durch ein Gleichgewicht unterteilt, das eine Balance zwischen den beiden darstellt, aber diese Balance entspricht keinem der beiden. Natriumchlorid ist ein Gleichgewicht, das sowohl Natrium als auch Chlorid aufhebt, denn keins von beiden ist in ihm gegenwärtig. Genauso ist Wasser der Äquator, der Wasserstoff und Sauerstoff aufhebt.

Alle Gegensätze aller Arten gehen aus einem beiderseitigen Äquator hervor, der ihren gemeinsamen Nenner bildet, und zu diesem Äquator müssen sie schließlich zurückkehren, um sich zu vermehren. Jedes Paar muss eins werden, damit seine Paarlinge wieder zwei werden können.

Auch Männer und Frauen können diesem Gesetz vom gegenläufigen Austausch nicht entgehen. Jeder wird zu dem, was der andere ist. Beide bilden immer einen Kompromiss zwischen ihrer gegenseitigen Unausgewogenheit. Wenn die beiden Unausgewogenheiten gleich und entgegengesetzt sind, werden beide überleben und mental, geistig und physisch wachsen. Wenn die beiden unausgewogenen Partner in ihrer Gegensätzlichkeit unausgewogen sind, ist der Preis Degenerierung  mental, geistig und physisch. Die Qualität des einen Partners ist ein Kompromiss mit der Qualität des anderen. Das aus dieser spirituellen, mentalen und moralischen Entwicklung resultierende Muster bildet sich durch jeden Kontakt zwischen ihnen, egal wie leicht, als Kompromiss zum Guten oder zum Schlechten. Dies gilt auch unabhängig von der sexuellen Vereinigung.

(Walter Russell, Die Botschaft der Göttlichen Iliade)