Skulpturen von Walter Russell

Die meisten Bildhauer begehen den Fehler, die Augen als dreidimensionale Form zu denken und sie daher als kugelige Oberflächen zugestalten. Die Augen sind aber keine kompakten Gebilde, sie sind durchscheinend, und was man wirklich sieht, ist das Licht der Seele in ihnen und das versuche ich zum Ausdruck zu bringen. (Vielfalt im Einklang, S.16)

The Mark Twain Memorial

Skulptur zum Gedächtnis an Mark Twain: Dieser sitzt in der Mitte der Charaktere seiner Bücher.

Walter Russell hatte den Wechsel von der Malerei zur Bildhauerei erst wenige Jahre zuvor vollzogen, als er den Auftrag erhielt, ein Denkmal für Mark Twain mit achtundzwanzig Figuren zu erschaffen.
Es ist schwierig, eine Gestalt zweidimensional zu malen; mit zwei Figuren ist es nicht doppelt, sondern viermal so schwer. Die Schwierigkeit nimmt im Quadrat zu. Bei der Bildhauerei, die dreidimensional ist, wächst die Schwierigkeit im Kubik, und zwei Gestalten sind achtmal so schwer wie eine.
Russell hatte noch nie eine derartige Skulptur geschaffen, und insofern war dieses Unterfangen, was die Welt der Bildhauerei anging, ein bisschen unverschämt. Andere bedeutende Bildhauer sagten: Narren stürmen voran, wo Engel nicht zu gehen wagen. Niemand hat je erfolgreich eine Gruppe mit achtundzwanzig Figuren gestaltet.
Es war ein weiterer Beweis für Walter Russells Überzeugung, dass man jedes gewünschte Ergebnis hervorbringen kann, wenn man wie er mit einem Wissen von den zugrundeliegenden Prinzipien des Gleichgewichtes beginnt, das für alle Dinge von fundamentaler Bedeutung ist, und mit dem sicheren Gefühl, dass man es kann, weil man mit der Aufgabe nicht allein ist; das ganze Universum arbeitet mit und hilft, das ordnungsgemäße Wachstum des GANZEN fortzusetzen, von dem der eigene kleine Anteil genauso notwendig ist wie jeder große Teil.

Vielfalt im Einklang, S.38