Skulpturen von Walter Russell

Die meisten Bildhauer begehen den Fehler, die Augen als dreidimensionale Form zu denken und sie daher als kugelige Oberflächen zugestalten. Die Augen sind aber keine kompakten Gebilde, sie sind durchscheinend, und was man wirklich sieht, ist das Licht der Seele in ihnen und das versuche ich zum Ausdruck zu bringen. (Vielfalt im Einklang, S.16)

George Gershwin (1898 1937)

nordamerikanischer Komponist und Pianist, u.a. Oper "Porgy and Bess"

In der "Botschaft der Göttlichen Iliade" äußert Walter Russell sich anlässlich einer Frage zur Musik Gershwins:


George Gershwin wich stark von der traditionellen klassischen Musik eines Wagner, Beethoven, Mozart oder Chopin ab. Als er zu komponieren begann, wurde er zunächst in Grund und Boden verdammt, weil seine Musik nicht der Tradition entsprach. Aber er hat der Welt eine neue Idee gegeben. Er gab ihr eine Idee in Form erhebender Motive und Rhythmen, die jedoch physisch genauso stark wirken wie geistig. Die Musik Wagners kann uns den Körper vollkommen vergessen lassen und uns in die Gegenwart des Göttlichen in uns selbst bringen.
Auch George Gershwins Musik tut dies, aber wer sie hört, spürt das Leben und die Kraft, die durch den Körper fließt, weil Gershwin die universalen Töne in gewissem Ausmaß mit Synkopen versah, aber er behielt Motiv, Rhythmus, Gesetz und Ordnung in seiner Musik. Wer kann also einen Menschen dafür verdammen, dass er das erschafft, was er selbst  erschaffen möchte, ob es mit der Tradition bricht oder nicht? Wenn so jemand seine Kunst zunächst noch nicht zu Geld machen kann, muss er auf anderem Wege Geld verdienen, aber wir dürfen niemals unsere Ideale für Geld opfern.


"Botschaft der Göttlichen Iliade" (Fragen und Antworten zu Band I, S.170)