Kunst

Kunst liegt nie in der handwerklichen Fertigkeit, etwas Sichtbares oder Hörbares hervorzubringen, sondern in der Schönheit und Liebe, welche nur die Stille des Seelenlichtes geben kann.

The Octave Wave, Ölgemälde, 1921
veröffentlicht 1991 als Coverbild zu

»The Fifth Kingdom«

Thomas Alva Edison

Ossip Gabrilowitsch

Was ist Kunst?

Was jemanden zu einem Meister in einer Kunst macht, ist nicht das technische Können an sich, es sind vielmehr die seelischen Qualitäten, welche die Seele des Kosmischen Geistes widerspiegeln. ... Nur die Seele kann Liebe geben. Der Körper kann eine perfekte technische Wiedergabe durchführen, aber wenn die liebevolle Natur Gottes nicht in ihr ist, ist es keine Kunst, denn die Kunst liegt nie in der handwerklichen Fertigkeit, etwas Sichtbares oder Hörbares hervorzubringen, sondern in der Schönheit und Liebe, welche nur die Stille des Seelenlichtes geben kann. Und hier liegt der Unterschied zwischen dem Genie des Meisters und seelenloser Mittelmäßigkeit.

Große Kunst ist einfach

Große Kunst ist einfach. Mein Universum ist große Kunst, denn es ist einfach. Große Kunst ist ausgewogen. Mein Universum ist höchste Kunst, denn es ist ausgewogene Einfachheit.
In Meinem Universum gibt es viele Dinge von majestätischen Ausmaßen; und viele andere sind so klein, dass sie nicht wahrnehmbar sind. Aber Ich habe nicht ein Gesetz für die majestätisch großen Dinge und ein anderes Gesetz für Dinge, die zu klein sind, um sichtbar zu sein.
Ich habe nur ein Gesetz für alle Meine gegensätzlichen Paare schöpferischer Dinge, und dieses Gesetz kann mit einem Wort ausgesprochen werden. Also höre Mich, wenn ich sage, dass dieses eine Wort Meines Einen Gesetzes Ausgewogenheit lautet. Und wenn der Mensch zwei Worte braucht, die ihn bei seiner Erkenntnis des Funktionieren dieses Gesetzes unterstützen, sind diese zwei Worte: ausgewogener Austausch.
Und wenn der Mensch immer noch weitere Worte braucht, um seine Erkenntnis Meines Einen Gesetzes zu stützen, gib ihm ein weiteres, und die drei Worte mögen lauten:
rhythmisch ausgewogener Austausch.

(Walter und Lao Russell, Fernstudienkurs Kosmisches Bewusstsein, Einheit 4, Lektion 13)

Künstlerischer Autodidakt

Russell verdiente sich bereits mit 13 Jahren das Geld für den Besuch der Kunstschule mit Orgelspiel und Musikunterricht. Als junger Mann machte er sich als Porträtist berühmter Familien und besonders ihrer Kinder einen Namen. Als Architekt entwarf er zum Beispiel in New York das Hotel des Artistes West (67th Street), das erste Hotel Pierre, das einen ganzen Block der Park Avenue zwischen der 48th und 49th Street einnahm, Alwyn Court zwischen der 58th Street und Seventh Avenue und das Gothische Atelierhaus gegenüber dem Museum für Naturgeschichte in der 79th Street. Sein erstes bildhauerisches Werk, die Edison-Büste, schuf er im Alter von 56 Jahren und danach noch viele weitere, darunter auch zwei Büsten von US-Präsident Roosevelt.

Schönheit

Was ist die große Leidenschaft Ihres Lebens? fragte ich.

Schönheit, erwiderte [Walter Russell], ohne zu zögern. Schönheit und der Vorzug, das Leben als meisterhafter Übersetzer des Lichtes zu leben.

Was meinen Sie mit Schönheit? fragte ich.

Vollendeten Rhythmus, ausgewogene rhythmische Vollendung. Alles in der Natur wird durch rhythmische Wellen von Licht zum Ausdruck gebracht. Jeder Gedanke und jede Tat sind Lichtwellen von Gedanke und Tat. Wenn man den inneren Gott übersetzt, müssen die Gedanken und Taten ausgewogene rhythmische Wellen sein. Hässlichkeit, Furcht, Niederlagen und Krankheiten entstehen aus unausgewogenen Gedanken und Handlungen. Daher sollte man immer Schönheit denken, wenn man sich körperliche Vitalität und Glück wünscht.

(aus Glenn Clark: Walter Russell Vielfalt im Einklang)

Sichtbar gemachtes Genie

Gabrilowitsch war ein Vollblutmusiker. Vielleicht interessiert es Sie, dass er, als er mir für die Büste, die ich von ihm gemacht habe, Modell stand, nicht musikalischer aussah als ein Offizier oder ein Rechtsanwalt. Nach einer halben Stunde Arbeit sagte ich: »Ich möchte Sie als Musiker sehen. Ich möchte Musik in Ihren Augen sehen. Ich möchte die Seele der Musik in Ihnen sehen, denn das sind Sie. Ich möchte keine Büste von Ihnen machen, wo Sie aussehen wie ein Durchschnittsmensch.«

»Was soll ich tun?«, fragte er. »Gehen Sie ans Klavier und spielen Sie«, sagte ich. »Ich kann nicht für einen einzigen Zuhörer spielen. Ich könnte für tausend Zuhörer spielen«, erwiderte er, »aber nicht für einen.« »Doch, das können Sie«, erwiderte ich. »Spielen Sie einfach und vergessen Sie mich, und ich werde mich um meine Aufgabe kümmern.« Er spielte während sechzehn Stunden, wo er mir Modell saß, jeweils für eine oder zwei Stunden. So war ich in der Lage, ihn als Musiker darzustellen.

 

Ich denke, das ist eines der besten Werke, das ich je erschaffen habe  es porträtiert einen Mann, der gerade wirklich inspiriert ist, weil er Musik denkt.

Die Botschaft der Göttlichen Iliade, S.138