Walter Russell  Leben und Werk

Sunlight

Kindheit und Jugend (1871 – 1890)

Walter Russell wurde am 19.05.1871 in Boston, Massachusetts, in einfachen Verhältnissen geboren. Er begann schon mit einem Finger auf dem Klavier Melodien nachzuspielen, bevor er laufen oder sprechen konnte. Ein blinder Nachbar brachte ihm Klavierspielen bei und war in der Kindheit sein geistiger Austauschpartner.

Mit sieben Jahren empfand er, während er gerade mit anderen Jungen Murmeln spielte, den Drang, sich in die Einsamkeit des Waldes zurückzuziehen und erlebte dort zum ersten Mal bewusst die Loslösung seines Geistes vom Körper und die Ekstase des kosmischen Bewusstseins. Dieses Erlebnis, das sich von nun an jährlich im Mai wiederholte, entfernte ihn innerlich von seinen Spielkameraden und brachte ihm so neben inneren Freuden in dem, was er als my world bezeichnete, auch eine große innere Einsamkeit.

Mit neun Jahren musste er, weil das Geld gebraucht wurde, die Dorfschule verlassen und als Kassierjunge für einen Lebensmittelladen arbeiten.

In seinem 14. Lebensjahr erkrankte er schwer an Diphtherie und war schon für tot erklärt worden, als ein weiteres Erleuchtungserlebnis ihm das Wissen über Selbstheilung vermittelte und er sich zur Überraschung seiner weinenden Eltern vollkommen geheilt aus dem Bett erhob.

Er selbst berichtet, dass er sich jedes Jahr im Mai für einige Tage in die Wälder zurückzog und dort geistige Erfahrungen der universalen Einheit machte, wobei alle sieben Jahre dieses Erlebnis besonders intensiv war.

Von seinem dreizehnten bis zu seinem achtzehnten Lebensjahr finanzierte er sich durch Orgel- und Klavierspiel den Besuch einer Kunstschule.

Schon als kleiner Junge hatte ich außergewöhnliche Dinge getan, die große Bewunderung hervorriefen. Noch bevor ich laufen lernte, konnte ich mit einem Finger auf dem Klavier alle Melodien spielen, die ich hörte, später spielte ich dann mit allen Fingern sogar die komplizierten Melodien nach, wie sie der blinde Mr. Maynard spielte, der für mich der bedeutendste Mensch auf der ganzen Welt war.

Mr. Maynard lebte im Dunkeln, wandelte aber und sprach mit Gott im Licht. Und was die Seele der Schöpfung seiner Seele erzählte, erzählte er mir  und ich ging und sprach mit Gott in jenen frühen Tagen in Seinem Wunderland von Peat Meadow und den riesigen Eichen, unten in der Bachelder-Brache, wohin außer mir niemand ging, denn niemand in Meiner Welt hörte, was ich dort hörte  und sah, was ich dort sah und so gehörte dieses Wunderland mit seiner ganzen Glorie mir ganz allein.

(Fernstudienkurs E.2, L.7)