Gemälde von Walter Russell

Bei der Erläuterung der Gemälde wurde teilweise auf das Werk »In the Wave lies the Secret of Creation« von Dr. Timothy A. Binder, einem früheren Präsidenten der University of Science and Philosophy, zurückgegriffen.

Might of the Ages

Ölgemälde, 1900 vollendet

»Eine der herzzerreißendsten sogenannten Niederlagen, die ich je erlebt habe, ereignete sich in meiner Jugend. Mit achtundzwanzig Jahren hatte ich eine sehr ambitionierte Allegorie namens Die Macht der Zeitalter gemalt, mit der ich die Kraft des Gedankens beim Entstehen der Zivilisation symbolisieren wollte. Ich hatte mir Großartiges davon versprochen, dass dieses Bild von der Nationalakademie ausgestellt werden sollte. Zu meiner völligen Verblüffung lehnte die Akademie es ab, wohingegen die Generalbevollmächtigten des Königs von Italien es zufällig bei meinen Händlern sahen und es ohne Beurteilung durch eine Jury als beispielhaft für die amerikanische Malerei in die Internationale Ausstellung Turin aufnahmen, die 1900 zur Feier der Jahrhundertwende stattfinden sollte. Die Nationalakademie geriet deshalb landesweit in die Kritik. Das Bild wurde noch in weiteren europäischen Städten ausgestellt und verschaffte mir etliche lobende Erwähnungen, eine Mitgliedschaft in der Spanischen Akademie der Künste und Literatur, einen Orden (eins von diesen Dingern am purpurnen Band, die ich schon lange verloren habe) und das Vergnügen eines persönlichen Besuchs von König Albert von Belgien, der das Bild wiedersehen wollte, in meinem Atelier in New York.

Wie kann man das als Niederlage bezeichnen? So etwas gibt es nicht.«

Vielfalt im Einklang, S.50